Heilsteine

Der Amethyst – Reinigt die Seele und sorgt für Wachheit

Der Amethyst ist schon lange als Schmuck- und Heilstein bekannt. Aus geschichtlicher Sicht lässt er sich bis ins griechische Altertum zurück verfolgen. Die violette Varietät des Minerals Quarz erhielt Anfang des 19. Jahrhunderts seine Auszeichnung als wichtiger Halbedelstein, als es in Brasilien und Uruguay zu größeren Funden kam.

Der Amethyst – Herkunft und Geschichte

Der Name Amethyst stammt aus dem Griechischen (amethystos) und bedeutete so viel wie „dem Rausche entgegen wirkend“. Damit wird der alte Glaube, der Träger des Steins sei vor der berauschenden Wirkung von Wein geschützt, ausgedrückt. Der Wein sollte im besten Falle außerdem aus einem Amethystbecher getrunken werden.

Der Glaube ergab sich ursprünglich aus einem Brauch, bei dem Rotwein mit Wasser verdünnt wurde. Er nahm dadurch eine dem Amethyst ähnliche rötlich-violette Farbe an und man konnte – so der Glaube – wesentlich mehr davon trinken, ohne gleich betrunken zu sein. Auch der oft gefürchtete Kater am Tag danach blieb bei vielen Menschen tatsächlich aus. Auch die Geschichte, Bacchus – der Gott des Weines – habe ein junges Mädchen derart erschreckt, dass es zu Kristall erstarrte, ist eine Variante der Namensgebung. Er habe danach geseufzt und der Atem, der den Kristall berührte, färbte diesen purpur wie Wein.

Durch frühgeschichtliche Grabfunde kann belegt werden, dass der Amethyst eine so genannte apotropäische (Unheil abwehrende) Wirkung hat. So sind in merowingerzeitlichen Gräbern mit Amethyst zumindest im Bereich der Niederlegung der Steine keine Spuren einer Beraubung zu erkennen und das auch dann nicht, wenn Goldschmuck dabei war. Vermutlich gab es zur damaligen Zeit den Glauben, Amethyst habe eine negative Wirkung auf den Dieb. Amethyst galt als Glücksbringer und sollte böse Gedanken vertreiben, außerdem gilt er als Stein des Rechts.

In der Antike wurde der Amethyst graviert oder es wurden aus ihm Skulpturen geschliffen (z. B. die von Napoleon in Berlin erbeutete Trajansbüste). Er galt außerdem als Stein der Kardinäle und Bischöfe, er wurde in Prälatenkreuzen und auch im Papstring verarbeitet. Die Nutzung durch die katholische Geistlichkeit erfolgte übrigens, weil dem Amethyst eine keusche Gesinnung und Frömmigkeit zugesprochen wurde.

Weitere Namen und Farbe des Amethysts

Der Amethyst ist auch als Bacchusstein, Säuferstein, Stechapfelstein, Kap-Amethyst oder Maraba-Amethyst bekannt.

Der Stein weist eine violette Färbung auf, die von sehr hellem und leicht rosafarbenem bis hin zu sehr dunklem Violett reichen kann. Meist ist die Verteilung der Farbe unregelmäßig. Parallel zum Hauptrhomoboeder verlaufende Kristallbereiche sind in der Regel intensiver gefärbt. Durch die Unregelmäßigkeiten und oft vorhandenen Unebenheiten erhält der Amethyst einen besonderen Charme. Die sinnliche Farbe des Steins verblasst jedoch bei längerer Sonneneinstrahlung, weshalb er als Schmuckstein vor Sonne geschützt aufbewahrt werden sollte. Auch bei massiver Erhitzung verliert der Amethyst seine Farbe, auch der Glanz und damit natürlich seine Schönheit geht so verloren.

So wird der Amethyst violett

Beim Amethyst sind so genannte Gitterdefekte für die Farbgebung verantwortlich. Auch eine gewisse Dosis an Strahlung ist notwendig für die Färbung. Amethyst-Steine aus eisenhaltigem und farblosem Quarz lassen sich deshalb auch durch künstliche Röntgenstrahlen erzeugen.

Aufgrund von submikroskopischen Eisenoxidentmischungen kann der Amethyst beim Erhitzen auch eine Cirtinfärbung und in seltenen Fällen auch eine grüne Prasiolithfärbung erhalten.

Der Amethyst – Vorkommen und Entstehung

Der Amethyst entsteht vor allem in den Hohlräumen hydrothermaler Adern sowie in vulkanischem Gestein. Er kristalliert aus schwach eisenhaltigen Lösungen bei Temperaturen zwischen 100 und 250° C.

Amethyst ist eine weit verbreitete Varietät von Quarz, die für die Schmuckverarbeitung benötigten klaren und großen Exemplare sind jedoch nur in bestimmten Gebieten zu finden. Vorkommen des Amethysts gibt es unter anderem in Brasilien, Madagaskar, Uruguay, Namibia, Sri Lanka, Marokko oder auch Russland.

In Deutschland gilt der Steinkaulenberg in Idar-Oberstein als bekanntester Fundort für Amethyst. Aufgrund der großen Funde in Brasilien wurde der Abbau hier jedoch eingestellt und ist inzwischen sogar verboten. Das größte Vorkommen von Amethyst in Europa befindet sich im niederösterreichischen Maissau nordwestlich von Wien. Hier wurde im Jahr 1845 bei Arbeiten in einem Steinbruch durch Zufall eine große Amethyst-Ader entdeckt.

Der Amethyst – Wirkung und Anwendung

Als Heilstein hat der Amethyst sowohl auf den Körper als auch auf die Psyche des Menschen eine gute Wirkung. Für die Anwendung kommen verschiedene Möglichkeiten in Betracht. Die Heilwirkung des Amethysts geht dabei von der Körper-Seele-Ebene aus.

Wirkung des Amethysts auf den menschlichen Körper

Der Amethyst wirkt als Heilstein bei den unterschiedlichsten körperlichen Beschwerden. Diese können durch die Anwendung des Steins gelindert und unter Umständen sogar vermieden werden, wenn der Amethyst regelmäßig getragen wird. In der Edelsteintherapie findet er bei folgenden Beschwerden Anwendung:


  • bei der Behandlung von Alkoholsucht und Süchten allgemein
  • bei der Behandlung von allgemeinen Kopfschmerzen bis hin zu Migräne
  • bei Hautunreinheiten (z. B. auch bei Akne, Juckreiz sowie Hauterkrankungen wie Neurodermitis)
  • bei Schwellungen und Blutergüssen
  • bei Bissen bzw. Stichen von Insekten, Spinnen oder Schlangen
  • bei Befall durch Zecken oder Läuse
  • bei Verbrennungen (auch Sonnenbrand) und Schürfwunden
  • bei Entzündungen im Hals
  • bei Blutkrankheiten
  • bei Erkrankungen des Stoffwechsels sowie im Magen-Darm-Bereich
  • bei Haarausfall
  • bei Neurosen (z. B. Hysterie) und anderen allgemeinen Ängsten
  • bei allgemeinem Unwohlsein
  • bei Entzündungen und daraus resultierenden Schmerzen allgemeiner Art

Wirkung des Amethysts auf die menschliche Seele

Der Amethyst eignet sich hervorragend zur Meditation und stärkt dabei die Konzentration. Er stärkt außerdem den Willen, macht Mut und spendet Freude und Trost. Neben der rauschdämpfenden Wirkung soll der Amethyst auch den geschlechtlichen Trieb eindämmen. Er fördert zudem die Intuition, hat eine beruhigende Wirkung und trägt zur Stärkung von Freundschaften bei. Wer einen Amethyst trägt, kommt besser zur Ruhe und schläft auch deutlich besser. Beschwerden wie Unruhe, Hektik, Stress und Unausgeglichenheit können mit dem Heilstein gelindert werden. Das Selbstvertrauen wird mit Hilfe des Steins gestärkt, seelische Belastungen und Ängste gemildert. Auch die Wahrnehmung wird gesteigert, der Mensch entwickelt so ein besseres Verständnis für seine Umwelt.

Anwendungsmöglichkeiten des Amethysts

Da die Heilwirkung des Amethysts von der Körper-Seele-Ebene ausgeht, sollte bei der Anwendung immer bedacht werden, dass Körper und Seele in gesundem Zustand eine starke Einheit bilden. Bei der Anwendung des Amethysts sollten außerdem bestimmte Rituale und Vorgehensweisen eingehalten werden. Folgende Möglichkeiten der Anwendung eines Amethysts sind bekannt:


  • über Nacht unter dem Kopfkissen (hilft gegen Erkältungen, Migräne und Konzentrationsschwierigkeiten)
  • als so genannter Handschmeichler (in der Hand liegend kann er umschlossen, gedrückt oder gerieben werden und gibt so seine Energie ab)
  • in einem Glas mit kohlensäurefreiem Wasser für mehrere Stunden den Amethyst ruhen lassen und das Wasser dann langsam und schluckweise trinken
  • Meditation mit mehreren Amethyst-Steinen, welche auf verschiedene Körperregionen gelegt werden (Dauer: etwa eine dreiviertel Stunde), Stille ist für die Meditation zwingend notwendig
  • Anwendung in Kombination mit anderen Naturheilverfahren (z. B. Bachblüten-Therapie)
  • als Schmuck gibt der Amethyst – nah am Körper getragen – seine heilende Energie dosiert an den Körper ab
  • bei Tieren hält er dauerhaft als Halsband Flöhe und Zecken fern
  • Der Amethyst als Schmuckstein

    Egal ob Kette, Ring oder Armband – der Amethyst gilt in Edelsteinqualität als sehr beliebter Schmuckstein. Für den Handel wird er in verschiedensten Formen wie Brillant, Briolett oder Navette oder auch glatt als Cabachon geschliffen. Dunkelviolette Steine gelten als besonders wertvoll. Doch auch Varietäten wie Amethystquarz (violett-weiß gebändert und undurchsichtig) sowie Ametrin (Kombination aus Amethyst und Citrin) sind als Schmuckstein sehr begehrt.

    Immitationen, Manipulationen und Synthesen des Amethysts

    Wird Amethyst bei einer Temperatur von etwa 400 ° C gebrannt, kommt es zu einer gelben bis goldenen Färbung der Varietät Citrin. Die fälschlicherweise als Gold- oder Madeiratopase im Handel erhältlichen Edelsteine sind in den meisten Fällen gebrannte Amethyst-Steine. Auch ein grünlicher Farbton kann beim Brennen entstehen, in einigen Fällen verschwindet die Farbe komplett und übrig bleibt weißer Quarz.

    Wird der Amethyst gebrannt, können deutlich schneller Risse und Sprünge entstehen. Aufgrund ihres Glanzes fallen diese natürlich auf. Auch die Flächen und Kristallspitzen können dadurch zerplatzen. Ein Brennen von Amethyst-Steinen wird deshalb meist nur bei einer niedrigen Qualität des Ausgangssteins vorgenommen, um diesen dadurch „aufzuwerten“. Wird durch das Brennen eine dauerhafte Veränderung der Farbe hervorgerufen, müssen Edel- und Schmucksteine nicht als gebrannt deklariert werden. Da ungebrannter Citrin deutlich seltener als Amethyst ist, erfolgt auch das Brennen von Amethyst, um Citrin zu erzeugen.

    Eine preisgünstige, jedoch wenig haltbare Methode der Aufwertung der Farbe von Amethyst ist eine Behandlung mit gefärbtem Wachs, denn der Stein lässt sich grundsätzlich nur oberflächlich färben.

    Seit etwa dem 20. Jahrhundert erfolgt auch die Herstellung von Synthesen. Von einem natürlichen Amethyst lassen sich diese mit Hilfe von mineralogischen und gemmologischen Untersuchungsmethoden unterscheiden, denn Synthesen weisen Abweichungen in ihrer Struktur auf.

    Für die Produktion von Modeschmuck wird der Amethyst durch violettes Glas ersetzt oder alternativ als Dublette in zusammengesetzter Form in den Handel gebracht.

    Der Amethyst – Chakren und Sternzeichen

    Seine Wirkung entfaltet der Amethyst besonders gut auf dem Kronenchakra (Scheitel, knapp über der Fontanelle).

    Für die Sternzeichen Fische, Widder und Schütze gilt er als wichtiger Ausgleichs- bzw. Nebenstein, für das Sternzeichen Jungfrau ist der Amethyst ein Hauptstein.

    Der Amethyst – Energieversorger für andere Heilsteine

    Der Amethyst ist hervorragend für die Versorgung anderer Heilsteine – also die Aufladung – geeignet. In der Regel ist hierfür ein Amethyststück in der Größe eines Handtellers mit vielen Kristallen absolut ausreichend. Auch Medikamente oder Schmuck können darauf gelegt und mit positiver Energie versorgt werden. Hierfür eignet sich vor allem eine Amethystdruse, also ein mit Amethystkristallen ausgekleideter Hohlraum. Größere Amethyststücke sowie Amethystdrusen sind zudem gut für die positive Beeinflussung von Räumen geeignet.

    Den Amethyst richtig pflegen

    Ein- bis zweimal im Monat sollte der Amethyst unter fließendem Wasser entladen werden. Mit einem unparfümierten Tuch wird er im Anschluss vorsichtig getrocknet. Auch eine Entladung mit Hämatit ist denkbar. Die Neuaufladung kann dann in dezentem Sonnenlicht jederzeit erfolgen.

    Hat der Amethyst über einen längeren Zeitrum in einer Schublade oder einem Sammelschrank gelegen, sollte er vor der Anwendung noch einmal im Wasser gereinigt werden.

    Eine trockene und geschützte Aufbewahrung ist für den Amethyst empfehlenswert.

    Amethyst kaufen

    Die Herzen von Schmuckliebhabern lässt der Amethyst höher schlagen. Nicht nur seine Farbe macht ihn weltweit zu einem der beliebtesten Schmucksteine. Vor allem der dunkelviolette Amethyst gilt als sehr wertvoll und ist deshalb preislich höher einzuordnen, als hellere Farbvarianten. Natürlich unterliegt der Preis für Amethyst von Land zu Land gewissen Schwankungen. Wer ein Schmuckstück mit dem Sein kaufen möchte, sollte unbedingt auf Echtheit und Reinheit des geschliffenen und polierten natürlichen Mineralgesteins achten. Der Preis ist umso niedriger, je „unsauberer“ das Ausgangsmaterial des Halbedelsteins ist. Die Kombination aus Amethyst und Citrin gilt unter Liebhabern als begehrtes „Schmuck-Paar“.

    Grundsätzlich gilt für den durchschnittlichen Marktpreis, dass dieser umso höher ist, je intensiver die Farbe des Amethysts ist.

    Der Amethyst bei Hildegard von Bingen

    Die Äbtistin Hildegard von Bingen beschrieb den Amethyst in ihrem Lexikon für Heisteine wie folgt:

    „Der Amethyst ist warm und wächst während einer Sonnenfinsternis. Daher ist er feurig und etwas luftartig. Wer Flecken im Gesicht (Hautausschläge) hat, soll den Amethyst mit seinem Speichel befeuchten und die Ausschläge dann mit dem Stein bestreichen. Anschließend halte er den Amethyst über heißes Wasser, bis er schwitzt und sich dieser Schweiß mit dem Wasser vermischt. Danach lege er den Amethyst in dieses Wasser und wasche sich so oft sein Gesicht, bis seine Haut wieder zart ist und eine schöne Farbe hat. Wer eine Schwellung hat, befeuchte den Amethyst mit seinem Speichel und halte ihn an diese Stelle. Seine Schwellung wird daraufhin verschwinden. Wurde jemand von einer Spinne gebissen, streiche er mit dem Amethyst über diese Stelle. Wer Läuse hat, lege den Amethyst für fünf Tage in kaltes Wasser. Danach nehme er ihn heraus, erhitze dieses Wasser und halte den Amethyst in den Dampf, damit sich sein Schweiß mit dem Wasser vermengt. Anschließend lege er ihn für eine halbe Stunde in dieses Wasser und nehme in dann heraus. Aus diesem Wasser solle er ein Dampfbad bereiten und sich hinein legen. Dieses wiederhole er vier bis fünf Wochen lang, bis seine Läuse weg sind.“

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