Heilsteine

Der Aquamarin – Ein Symbol für den Frieden

Der Aquamarin ist Mitglied der Beryll-Familie und wird seit jeher aufgrund seiner charakteristischen blauen Farbe mit dem Meer in Verbindung gebracht. Außerdem gilt er in der Schmuckindustrie als beliebter und zeitloser Edelstein, der als Heilstein den Augen hilft.

Der Aquamarin – Herkunft und Geschichte

Der Name „Aquamarin“ stammt aus dem Lateinischen von „aqua marina“ und bedeutet so viel wie Meerwasser. Damit wird der Bezug zur zartblauen bis blau- bzw. seegrünen Farbe hergestellt. Der Farbnahme der blauen Varietät von Beryll ist in Deutschland bereits seit dem 15. und 16. Jahrhundert gebräuchlich.

Antiken Überlieferungen zufolge soll der Aquamarin Poseidon (römisch: Neptun) – den Gott des Meeres – besänftigen können. Seeleute warfen Legenden nach zu urteilen Amulette mit Aquamarin-Steinen bei Stürmen über Bord, um für die Zufriedenstellung des Meeresgottes zu sorgen und so dessen Heraufbeschwörung von Erdbeben und Stürmen zu verhindern. Von den alten Griechen wurde der Aquamarin als Symbol von Reinheit, Liebe sowie zum Schutz ehelichen Glücks verehrt. Er wurde hier außerdem als Schatzstein der Meerjungfrauen bezeichnet. Bei den Arabern galt er als Stein der Freude und sollte bei seinem Träger ein harmonisches Gleichgewicht erzeugen.

Der Aquamarin – Varietäten

Die Klassifizierung der einzelnen Varietäten des Aquamarins erfolgt über die Herkunft. Folgende Varietäten sind bekannt:


  • Santa-Maria-Aquamarin (sehr selten, intensive tiefblaue Farbe, Lagerstätte Santa Maria de Itabira in Brasilien)
  • São-Domingo-Aquamarin (klassisches aquamarines Pastellblau)
  • Santa-Teresa-Aquamarin (brillantes Türkisblau)
  • Boca-Rica-Aquamarin (exotische Meeresschaum- und ozeanartige Grüntöne)
  • Pedra-Azul-Aquamarin (intensives, dunkles Blau)
  • Aquamarin-Katzenauge (sehr selten bei Edelsteinen, bei Aquamarinen fast gar nicht zu finden, nadelförmige und parallel verlaufende Einschlüsse werden reflektiert)

Maxixe- und True-Blue-Aquamarin – Blau wie der Himmel

Im Jahr 1917 wurde in Brasilien in der Maxixe Grube ein sehr beeindruckender Aquamarin gefunden, der - ja nach Betrachtungsweise – unterschiedliche Farbnuancen von intensivem Blau bis zu tiefem Blaugrün aufwies. Allerdings war die Freude über den Fund nicht von langer Dauer, denn innerhalb weniger Tage entfärbte sich der Aquamarin und war letztlich nur noch weißlich-blau mit einem leichten Gelbstich. Diese Aquamarine sind mittlerweile aber nicht mehr zu finden.

Im Gegensatz zum Maxixe-Aquamarin gibt es den True-Blue-Aquamarin: Er wurde im Jahr 2004 erstmalig in Alaska entdeckt und gilt somit als sehr junger Fund. Er strahlt dauerhaft in einem tiefen Blau, allerdings gibt es von dieser Sorte nur kleine Exemplare.


Der Aquamarin – Vorkommen und Entstehung

Aquamarin ist in Pegmatiten, Graniten sowie metamorphen Gesteinen (z. B. Gneis) und in Flusssedimenten als Mineralseife zu finden.

Mit etwa 660 Fundorten gilt der Aquamarin als eine recht häufig vorkommende Varietät von Beryll. Lagerstätten finden sich dabei auf allen Kontinenten mit Ausnahme der Antarktis. Die für die Nutzung als Schmuckstein wichtigsten Fundorte liegen dabei in Brasilien, Kenia, Nigeria, Madagaskar, Mosambik sowie Pakistan.

Aquamarin kann – wie alle Berylle – in der Regel in Form gut entwickelter und durchsichtiger Kristalle mit einer Länge und Dicke von mehreren Dezimetern gefunden werden. Am Fluss Maramba in Brasilien wurde im Jahr 1940 mit einer Größe von 48 cm x 38 cm und einem Gewicht von 110,5 kg einer der größten Kristalle gefunden. Der grünlich-blaue und lupenreine Aquamarin hatte umgerechnet 520.000 Karat. Im Jahr 1992 wurde in der Grube Galilea bei Governador Valadares im brasilianischen Bundestaat Minas Gerais mit einer Länge von 1 m und einem Gewicht von 400 kg allerdings der weltweit schwerste und größte Aquamarin-Kristall gefunden.

Aquamarin bildet sich ausschließlich primär auf hydrothermaler Basis. Er wird dem hexagonalen Kristallsystem zugeordnet, ist durchsichtig bis undurchsichtig und kaum spaltbar.

Der Aquamarin weist Farben von einem leichten hellblau bis meeresgrün auf, wobei seine echte Farbe nur unter neutralem Licht erkennbar ist. Unter Neonröhren und Energiesparlampen zeigt er oft eine ganz andere Farbe. Der Aquamarin ist sehr hart, da er in der Regel frei von Einschlüssen ist.

Bekannt ist der Aquamarin auch unter den Synonymen Meerwasserstein und Blaugrüner Beryll.

Der Aquamarin – Wirkung und Anwendung

Der Aquamarin gilt als bedeutender Heilstein für die Gesundheit und hilft sowohl bei körperlichen als auch bei psychischen Beschwerden. Für die Anwendung kommen verschiedene Möglichkeiten in Betracht.

Wirkung des Aquamarins auf den menschlichen Körper

Der Aquamarin wirkt sich positiv auf die Drüsen des Körpers aus. Er beugt Störungen des Stoffwechsels vor und schützt vor Erkrankungen der Atemwege (z. B. Asthma, Erkältungen oder auch Bronchitis). Außerdem soll der Aquamarin vor Senilität und Vergesslichkeit bewahren und Arterien und Knochen geschmeidig machen.

Bei Kurz- und Weitsichtigkeit soll der Stein die Sehkraft verbessern. Außerdem werden Allergien, Nervenerkrankungen, Beschwerden der Zähne, Leber- sowie Magenerkrankungen oder auch Schmerzen im Nackenbereich gelindert. Der Aquamarin trägt außerdem zur Stärkung des Immunsystems bei und kann Herzinfarkten vorbeugen.

Wirkung des Aquamarins auf die menschliche Seele

Aquamarin gilt als hervorragender Heilstein bei seelischen Problemen wie Depressionen oder auch Wetterfühligkeit. Er sorgt für mehr Gelassenheit und aufgrund seiner Farbe auch für Ruhe, Harmonie und Ausgewogenheit. Weiterhin stärkt der Aquamarin das Selbstbewusstsein und lindert mangelnden Selbstausdruck. Gefördert werden durch den Aquamarin außerdem die Zielstrebigkeit, der Idealismus sowie die Ausdruckskraft, zudem sorgt er für Umsicht und Toleranz gegenüber anderen Menschen. In einer Ehe und Partnerschaft vertieft der Stein zudem die Liebe und Treue auch in schweren Zeiten.

Möglichkeiten der Anwendung des Aquamarins

Der Aquamarin kann auf unterschiedliche Weise angewendet werden. Als Möglichkeiten der Anwendung sind bekannt:


  • Auflegen der Steine auf die betroffenen Stellen bzw. Tragen (z. B. als Handschmeichler)
  • in eine mit 1/3 Wasser gefüllte Schale legen, über Nacht zugedeckt lassen und mit dem Wasser mehrmals am Tag die betroffenen Stellen reinigen (bei Hauterkrankungen und -Allergien)
  • als Edelsteinwasser (1 Brise Beryllpulver auf 1/8 l Wasser) bei verdorbenem Magen an fünf aufeinander folgenden Tagen morgens auf nüchternen Magen trinken

Der Aquamarin als Schmuckstein

Der Aquamarin gilt als sehr beliebter Schmuckstein und wird in verschiedenen Schliffformen angeboten.

Besonders der feine tiefblaue Aquamarin wird mit der Qualitätsbezeichnung „Santa Maria“ versehen. Auch die in Mosambik geförderten „Santa-Maria-Africana“-Aquamarine sind sehr hochwertig. Die „Maxis-Aquamarine“ aus Brasilien haben zwar auch eine tiefblaue Farbe, sind jedoch nicht beständig in ihrer Farbe. Im Licht der Sonne bleichen sie allmählich aus und erhalten eine gelblich-weiße Farbe. Im Handel werden inzwischen auch tiefblaue „Maxix-Aquamarine“ angeboten, die mit Hilfe von radioaktiver Strahlung ihre Farbe erhalten haben. Allerdings bleichen diese Steine auch aus und müssen zudem gemäß den Bestimmungen der CIBJO als entsprechende behandelt deklariert werden.

Oft werden im Handel eingefärbte Bergkristalle als Aquamarin verwendet, der aus Vietnam und Thailand stammende Zirkon wird ebenfalls oft in den Aquamarin „verwandelt“. Eine Verwechslung des hellblauen Aquamarin ist mit dem hellblauen Topas möglich.

Imitationen und Manipulationen des Aquamarins

Die für Schmucksteine begehrteste Farbe – ein transparentes und intensives Blau – ist in der Natur nur sehr selten aufzufinden. Steine mit einer schlechten Qualität werden daher durch Brennen bei Temperaturen zwischen 400 und 450 ° C aufgewertet. Schmucksteine, die gebrannt sind, lassen sich von ungebrannten Steinen so gut wie nicht unterscheiden. Das es zu einer „Veredelung“ der Steine gekommen ist, muss im Verkauf nicht deklariert werden.

Gebrannte Steine reagieren auf Wärme sehr stark, bereits ab einer Temperatur von etwa 100 ° C kann es zu einem Verlust der intensiven Farbe kommen. Auch eine direkte Beleuchtung mit Punktstrahlen oder Sonnenlicht kann sich negativ auf die Qualität der Farbe des Aquamarins auswirken.

Eine Imitation von Aquamarin erfolgt oft durch synthetischen Quarz oder auch Spinell. Auch blaues Glas (Handelsname: „Mass Aqua“) wird für Imitationen genutzt. Aufgrund der geringen Härte ist Glas allerdings gut von anderen Schmucksteinen zu unterscheiden.

Der sagenumwobene Aquamarin

Um den Aquamarin wurden so einige Seemanns-Geschichten erzählt. So legten Seeleute den Stein gern unter ihr Kopfkissen oder trugen ihn immer bei sich, um nicht im Meer zu ertrinken. Auch als Schutzstein der Meerjungfrauen war der Aquamarin bekannt. Es gibt außerdem Überlieferungen, nach denen die Schwanzschuppen der Meerjungfrauen aus Aquamarin bestehen sollen.

Der Aquamarin – Chakren und Sternzeichen

Am besten wirkt der Aquamarin auf dem Halschakra (5. Hauptchakra in Höhe des Kehlkopfs, auch als Kehl- oder Kommunikations-Chakra bezeichnet).

Für die Sternzeichen Wassermann und Waage ist der Aquamarin ein wichtiger Hauptstein. Er verleiht dem Wassermann innere Harmonie und gibt ihm das Gefühl von grenzenloser Freiheit. Bei Waage-Geborenen stärkt er die geistige Freiheit, Wünsche und Ziele können besser verfolgt werden. Für das Sternzeichen Zwilling ist der Aquamarin zudem ein wichtiger Nebenstein.

Der Aquamarin – Die richtige Pflege

Der Aquamarin gilt schon seit vielen tausenden von Jahren als begehrter Schmuckstein. Erhältlich ist er als Rohstein, Kristall, Handschmeichler, in Form von Ketten, Anhängern oder auch Kugeln.

Bei der Pflege ist es empfehlenswert, den Aquamarin öfter unter lauwarmem, fließendem Wasser zu entladen. Eine Aufladung nach häufigem Gebrauch sollte unter der Sonne erfolgen. Für Ketten empfiehlt sich eine Reinigung und Entladung über Nacht in einer trockenen Schale mit Hämatit- und Aquamarin-Trommelsteinen. Die Trommelsteine des Aquamarin sorgen dabei für eine Regeneration des Heilsteins. Auch die Aufladung mit Trommelsteinen aus Hämatit ist möglich.

Der Aquamarin ist aus chemischer Sicht gegen Flusssäure empfindlich. In verschiedenen Reinigungsmitteln und auch Textilien sind geringe Menge davon enthalten, weshalb Schmuckstücke beim Umgang damit abgelegt werden sollten. Aus physikalischer Sicht reagiert der Heilstein außerdem auf starke Hitze. Vor allem natürliche, unbehandelte Steine, die erst erhitzt und dann unter Wasser abgeschreckt werden, können dabei zersplittern. Ehemalige grüne Berylle sind gegenüber Hitze jedoch etwas unempfindlicher. Zudem sollten Aquamarine keiner Bestrahlung mit Schwarzlicht ausgesetzt werden.

Aquamarin kaufen

Der Aquamarin gilt als beliebter und auch bezahlbarer Edelstein. Beim Kauf sollte vor allem auf die Qualität des Steins geachtet werden. Der Aquamarin ist von Natur aus sehr rein, Einschließungen sind sehr selten und vielmals Zeichen einer schlechten Behandlung. Ein Aquamarin gilt als sehr hochwertig, wenn mit bloßem Auge keine Einschließungen zu erkennen sind. Einschließungen, die unter der Lupe zu sehen sind, sollten zudem sehr klein und weit im Inneren des Steins sein. Steine mit Einschließungen an der Oberfläche können splittern, einreißen und unter Umständen auch abbrechen.

Typischerweise gelten Aquamarine in einem satten Blau als wertvoller, Steine in grünen Farbtönen sind nicht ganz so wertvoll. Natürlich kommt es bei der Wahl der Farbe aber vor allem auf den persönlichen Geschmack an.

In der Regel bestimmt der Schliff die Brillanz des Steins sowie die Art der Lichtreflektion. Ein qualitativ hochwertig geschliffener Stein reflektiert das Licht sehr stark. Um zu prüfen, wie das Licht aus verschiedenen Winken auf ihm bricht, wird der Aquamarin hoch ins Licht gehalten und gedreht.

Da der Aquamarin recht einfach zu schleifen und zudem sehr beständig gegen Brüche ist, können Juweliere den Stein in vielen verschiedenen Formen anbieten. Zu den traditionellen Formen gehören runde, ovale, birnenförmige, rechteckige sowie quadratische Steine. Doch auch moderne Formen (z. B. Herzen) kann der Juwelier entsprechend dem individuellen Geschmack schleifen.

Beim Kauf des Edelsteins klever handeln

Bevor über den auf eines Aquamarins nachgedacht wird, sollte ein maximales Budget festgelegt werden. In dieser Preiskategorie kann dann nach entsprechenden Steinen geschaut werden. Je nach Qualität des Steins kann mit folgenden Preisen für einen Aquamarin gerechnet werden:


  • Steine mit niedriger bis mittlerer Qualität: pro Karat 5 bis 100 USD
  • Steine mit mittlerer Qualität über 10 Karat: pro Karat zwischen 150 und 200 USD
  • nicht erhitzte Steine von hoher Qualität in den Farben blau 90 USD pro Karat und in hellem blaugrün zwischen 180 und 240 USD pro Karat
  • nicht erhitzte Steine in mittlerem bis kräftigem Himmelblau: 550 bis 600 USD pro Karat
  • erhitzte Steine mit starker blaugrüner Färbung: etwa 180 USD pro Karat

Aquamarine sollten bestenfalls bei einem angesehenen und seriösen Juwelier gekauft werden. Erkennbar ist ein solcher Händler anhand einer offiziellen Zertifizierung durch eine international anerkannte Edelsteinorganisation (z. B. GIA – Gemological Institute of America).

Eine Option ist der Kauf loser Steine im Großhandel. Sie sind oft wesentlich günstiger im Preis und zudem lässt sich die Qualität der Steine deutlich besser beurteilen. Außerdem lassen sich lose Edelsteine individuell zu verschiedenen Formen weiterverarbeiten.

Der Aquamarin und Hildegard von Bingen

Hildegard von Bingen setzte den Aquamarin als Heilstein gegen Gift in Form von Edelsteinwasser ein, welches der Erkrankte auf nüchternen Magen trinken sollte. Außerdem fand er unter von Bingen Anwendung bei Beschwerden des Halses, des Herzens und der Lungen. Auch gegen Allergien, Verdauungsbeschwerden sowie Augenproblemen fand der Aquamarin unter Hildegard von Bingen seinen Einsatz.

Haftungsausschluss und allgemeiner Hinweis zu medizinischen Themen: Die hier dargestellten Inhalte dienen ausschließlich der neutralen Information und allgemeinen Weiterbildung. Sie stellen keine Empfehlung oder Bewerbung der beschriebenen oder erwähnten diagnostischen Methoden, Behandlungen oder Arzneimittel dar. Der Text erhebt weder einen Anspruch auf Vollständigkeit noch kann die Aktualität, Richtigkeit und Ausgewogenheit der dargebotenen Information garantiert werden. Der Text ersetzt keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker und er darf nicht als Grundlage zur eigenständigen Diagnose und Beginn, Änderung oder Beendigung einer Behandlung von Krankheiten verwendet werden. Konsultieren Sie bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden immer den Arzt Ihres Vertrauens! Wir und unsere Autoren übernehmen keine Haftung für Unannehmlichkeiten oder Schäden, die sich aus der Anwendung der hier dargestellten Information ergeben.
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