Heilsteine

Der Aventurin – Ein beruhigendes Quarz

Der Aventurin, auch als Aventurin-Quarz bezeichnet, ist ein Mineral aus der Klasse der Oxide. Schon in der Antike galt er als ein treuer Begleitstein, der seinem Träger Ehrgeiz, Mut und Optimismus verleihen sollte. Auch als Heilstein werden dem Aventurin verschiedenste Wirkungen zugeschrieben.

Der Aventurin – Herkunft und Geschichte

Der Aventurin ist eine Varietät des Quarzes und ist aufgrund seines starken Glitzerns bekannt. Er muss eigentlich mit dem Namen Aventurin-Quarz bezeichnet werden, da es ansonsten zu Verwechslungen kommen kann. Denn eine Varietät des Feldspats trägt den gleichen Kurznamen und wird deshalb korrekt als Aventurin-Feldspat bezeichnet.

Der Name Aventurin selbst stammt sehr wahrscheinlich aus dem Italienischen. Hier heißt „a ventura“ so viel wie „auf gut Glück“. Den Überlieferungen zufolge soll der Name für die willkürlichen Einlagerungen, die den Edelstein zu etwas ganz Besonderem machen, stehen. Sie sorgen für das typische Glitzern des Steins. In der Mineralogie spricht man bei diesem Phänomen von „aventurisieren“.

Ventura-Glas, Aventuringlas und Goldfluss

Geht es um die Geschichte des Aventurins, spielen diese drei Begriffe eine durchaus wichtige Rolle.

In Murano (Venedig) wurde Anfang des 18. Jahrhunderts ein einzigartiges Glas erfunden, das fast undurchsichtig war und in goldenen Farben funkelte. Die Venezianer hatten nicht gezielt nach diesem Glas geforscht, entdeckten es vielmehr zufällig und nannten es deshalb Ventura. Jahrhunderte lang blieb die Rezeptur zur Herstellung des Glases ein Geheimnis.

Das natürliche Mineral Aventurin wurde erst viel später entdeckt. Es war dem Ventura-Glas sehr ähnlich, weshalb es den Namen Aventurin erhielt. Das Mineral war jedoch wesentlich härter als das Glas, doch es besaß weniger Leuchtkraft und war nicht ganz so schön im Aussehen. Das Glas behielt somit seinen hohen Wert.

Das Aventuringlas – 1865 vom Franzosen Pelouze entwickelt – ähnelte dem grünen Aventurin sehr und erhielt deshalb seinen Namen. Noch heute wird Aventuringlas in großen Mengen für die Herstellung von Schmuck verwendet. In Aventuringlas wurde Chrom mit eingeschmolzen. Während des Brennens wandelt es sich in Chromoxid um und wird in das Glas aufgenommen (verglast). Daraus resultiert die wunderbare Farbe von Aventuringlas. Mit ausreichend Chrom, von dem nicht alles verglast wird, kann ein Glitzereffekt ähnlich dem Aventurin-Quarz erzielt werden.

Ende des 19. Jahrhunderts wurde ein ähnlich hochwertiges Glas wie das Glas auch Murano hergestellt. Entdeckt wurde das neue Glas von Friedrich Wöhler und Max von Pettenkofer. Durch Zusätze von Eisen und Kupfer, die in einem aufwendigen Verfahren mit dem Glas verschmolzen wurden, wurde der funkelnde Effekt erreicht. Die deutlich erkennbaren Kupfereinschlüsse erinnern an funkelndes Gold, weshalb das Glas den Namen „Goldfluss“ erhielt.

Farbvarietäten des Aventurins

Der Aventurin ist in drei unterschiedlichen Varietäten (Farben) zu finden. Diese sind:

  • grüner Aventurin: Einschluss von Fuchsitschüppchen
  • roter (gold-rot bis braun-rot) Aventurin-Quarz: Glimmer- oder Hämatitschüppchen, er wird häufig mit dem Aventurin-Feldspat (Sonnenstein) verwechselt
  • blauer Aventurin: Einschluss von Rutil- oder Krokydolithfasern

In der Steinkunde kommt vor allem der grüne Aventurin zur Anwendung.

Der Aventurin – Vorkommen und Entstehung

Aventurin bildet sich primär, sekundär oder auch tertiär.

Bei der primären Bildung entsteht der Aventurin aus Magma oder auch aus magmatischem Gestein.

Während der sekundären Bildung wird der Stein durch Verwitterungen und Ablagerungen zum Edelstein.

Die tertiäre Bildung des Aventurins zeichnet sich durch die innerliche Umwandlung des Steins aufgrund von chemischer Reaktion aus. Mann spricht hier von einer so genannten Metamorphose.

Der Aventurin wird in industriellen Mengen vor allem in Indien, Brasilien, Südafrika und Russland abgebaut.

Eigenschaften des Aventurins

Aventurin ist eine Varietät des Minerals Quarz und gehört zur Mineralklasse der Oxide. Er enthält mikrokristalline Einschlüsse von Hämatit, Fuchsit oder Glimmer. Der Edel- und Heilstein ist nicht durchsichtig, dünne Scheiben können aber durchscheinend wirken. Aventurin ist nicht spaltbar, weist aber einen muschelförmigen Bruch auf. Der Edelstein wird dem trigonalen Kristallsystem zugeordnet.

In der Regel ist der Aventurin grün (Flaschen- oder Grasgrün). Der rote Aventurin wird oft mit dem Sonnenstein verwechselt, der blaue Aventurin kommt sehr selten vor. Das charakteristische Schillern bildet der Aventurin während der Wachstumsphasen durch Einschlüsse.

Der Aventurin ist weder natürlich magnetisch noch natürlich radioaktiv. Magnetismus kann auch nachträglich nicht erzeugt werden, eine geringe radioaktive Strahlung kann der Stein nachträglich durch Bestrahlung in Kernreaktoren allerdings aufnehmen.

Bekannt ist der Aventurin auch unter den Namen Chrysoquarz, Avanturin, Aventurinquarz, Indische Jade, Eosit, Grünquarz, Venturin, Leonit und Goldstein.

Der Aventurin – Wirkung und Anwendung des Heilsteins

Bereits seit einigen Jahrhunderten hat der Aventurin in der Steinkunde als Heilstein Bedeutung. Er wirkt positiv auf Körper und Seele und kann auf unterschiedliche Weise angewandt werden.

Wirkung des Aventurins auf den Körper

Folgende heilende Wirkungen auf den Körper werden dem Aventurin zugeschrieben:

  • positive Wirkung auf das Herz, Förderung der Regeneration des Organs
  • Anregung des Stoffwechsels
  • hilft gegen Durchfall, Verstopfung, Blähungen und Völlegefühl
  • hilft gegen Hautprobleme (z. B. Akne, Hautallergien, Neurodermitis, Ekzeme, Ausschläge)
  • hilft gegen Haarprobleme (z. B. Haarausfall, Haarspliss, sprödes Haar, Schuppen)

Wirkung des Aventurins auf die Seele

Auf die Seele des Menschen hat der Aventurin als Heilstein folgende Wirkungen:

  • sorgt für Ruhe und Ausgewogenheit des Nervensystems
  • beruhigende und entspannende Wirkung auf den gesamten Körper
  • Reduzierung von Stress und Aufregung
  • mildert tief sitzende Ängste, nimmt Verspannungen
  • Stärkung des Selbstvertrauen
  • Steigerung der Begeisterungsfähigkeit
  • lindert psychosomatische Störungen und Ängste
  • steigert den Humor und sorgt für eine positive Lebenseinstellung
  • erhöht die Anpassungsfähigkeit und die Toleranz gegen der Umwelt
  • hilft bei der Bewältigung von Konflikten
  • bringt Geduld und Gelassenheit
  • lindert Nervosität
  • Förderung der spirituellen Entwicklung

Möglichkeiten der Anwendung des Aventurins

Die Möglichkeiten der Anwendung des Aventurins sind sehr vielfältig. Seine Wirkung entfaltet er am besten bei direktem Kontakt mit der Haut. Er kann als Trommelstein, Handschmeichler, als Anhänger oder als Kette getragen werden. Auch das Auflegen auf die betreffende Stelle ist sinnvoll.

Weiterhin eignet sich der Aventurin zur Kontakt-, Druckpunkt- und Palpationsmassage. Wichtig ist, dass der Stein für Massagen keine scharfen Kanten aufweist. Am besten eignen sich deshalb Trommelsteine.

Zwar ist die Herstellung und Anwendung von Aventurinwasser möglich, aber nicht zu empfehlen. Aufgrund der zum Teil sehr unterschiedlichen Zusammensetzungsverhältnisse kann die Wirkung des Edelsteinwassers nicht abgeschätzt werden. „Herumprobieren“ empfiehlt sich deshalb nicht – es ist besser, bei der Anwendung von Aventurinwasser einen erfahrenen Fachmann (z. B. Heilpraktiker mit entsprechender Schulung) um Hilfe zu bitten.

Entgiftung mit dem Aventurin

Grundsätzlich haben grüne Heilsteine die Kraft, bei der Entgiftung zu helfen. Sie unterstützen dabei die inneren Organe und den Körper bei der Ausscheidung von Giftstoffen.

Während der hellgrüne Aventurin eher auf sanfte Weise entgiftend wirkt, sorgt ein dunkelgrüner Aventurin für eine starke Entgiftung. Im letzteren Fall sollte der Aventurin möglichst vorsichtige dosiert, also mäßig getragen werden.

Der Aventurin – Die richtige Pflege

Aventurin, der direkt auf der Haut getragen wird, kommt unweigerlich mit Verunreinigungen durch Hautfett, Hautpartikel oder Resten von Cremes und Kosmetika in Berührung. Es empfiehlt sich daher eine regelmäßige Reinigung unter handwarmem Wasser und ohne Zusatzstoffe wie Seife und Reinigungsmittel. Um Kalkablagerungen zu vermeiden, ist kalkfreies Wasser (z. B. sehr sauberes Regenwasser) am besten geeignet.

Zum Entladen des Aventurins eignet sich fließendes Wasser oder eine Schale mit Hämatit-Trommelsteinen, in die der Aventurin für etwa 6 Stunden gelegt wird.

Die Aufladung kann über einen Zeitraum von etwa 6 Stunden an einer Gruppe mit Bergkristall oder Amethyst oder in der Sonne (Morgen- oder Abendsonne) erfolgen.

Eine Universalladeschale mit Hämatit und Bergkristall eignet sich hervorragend zum ent- und aufladen. Der Heilstein sollte für etwa 6 Stunden in die Schale gelegt werden.

Vorsichtsmaßnahmen im Umgang mit dem Aventurin

Den Kontakt mit Flusssäure mag der Aventurin nicht, er ist darin löslich. Schmuck mit Aventurin sollte deshalb beim Hantieren mit bestimmten Reinigungsmitteln und Textilien, in denen Flusssäure enthalten ist, am besten abgelegt werden.

Soll ein Aventurin als Heilstein verwendet werden, darf er nicht gefärbt, nicht bestrahlt und nicht rekonstruiert sein. Derartig behandelte Steine haben keine heilende Wirkung. Unter Umständen können sie sogar eine gesundheitliche Gefährdung aufgrund der bei der Bearbeitung verwendeten Chemikalien darstellen.

Der Aventurin – Zuordnung zu Sternzeichen und Chakren

Der Aventurin gilt für die Sternzeichen Stier, Krebs und Schütze als wichtiger Hauptstein. Er beschert dem Stier Geduld und Zufriedenheit und stärkt die positiven Merkmale des Schützen. Krebse erhalten durch den Heilstein Ruhe, Zufriedenheit und eine emotionale Ausgeglichenheit.

Auf dem Herzschakra entfaltet der grüne Aventurin seine Wirkung am besten.

Verwendung des Aventurins als Schmuckstein

Der Aventurin gilt als beliebter Schmuck- und Dekorationsstein. Verkauft wird er in Form von Perlenketten, Armreifen sowie Ohr- und Fingerringen. Auch bei der Herstellung von Kunstgegenständen wie Vasen, Dosen oder Tischplatten kommt der Aventurin zur Anwendung.

Wert des Aventurins

Der Aventurin ist aufgrund seines großen Vorkommens ein recht günstiger Stein. Durch verschiedenste Maßnahmen wird oft versucht, seinen Wert künstlich zu erhöhen.

Fälschungen des Aventurins

Bekannt sind bislang vor allem Fälschungen des roten Aventurins mit synthetischem Goldstone. Während es sich bei den Einschlüssen im synthetischen Goldstone um Kupfer handelt, sind es beim echten Aventurin Einschlüsse von Pyrit, die das Glitzern erzeugen.

Verwechselung des Aventurins mit anderen Steinen

Der rote Aventurin kann leicht mit dem ebenfalls schillernden Sonnenstein verwechselt werden. Lediglich bei einem direkten Vergleich der Steine dürfte eine Verwechslung recht unwahrscheinlich sein, denn der Sonnenstein weist eine intensivere Farbe auf und schillert wesentlich stärker als der Aventurin. Eine Verwechslung des roten Aventurins kann bei flüchtiger Betrachtung auch mit dem Karneol möglich sein.

Ist der grüne Aventurin sehr dunkel, besteht die Möglichkeit der Verwechslung mit dem Amazonit, hellgrüner Aventurin kann zudem mit dem Serpentin (Chinesische Jade) verwechselt werden.

Die Varietäten blauer und roter Aventurin

Die bisher aufgeführten Wirkungen und Anwendungen werden vor allem dem grünen Aventurin zugeschrieben, da dieser am häufigsten in der Steinkunde zum Einsatz kommt. Doch auch dem blauen und dem roten Aventurin werden verschiedenste Wirkungen als Heilstein nachgesagt.

Der blaue Aventurin

Der blaue Aventurin ist auch als Saphir- oder Blauquarz bekannt. Er ist vor allem in Brasilien, Kolumbien und in Südafrika zu finden und ist durch das Schillern der eingeschlossenen Krokydolith- und Rutilplättchen gekennzeichnet.

Auf dem Dritten Auge (Stirnchakra) und dem Halschakra entfaltet der blaue Aventurin seine Wirkung am besten. Durch die zusätzliche Anwendung von Bergkristall wird die Wirkung des Heilsteins noch intensiviert.

Auf körperlicher Ebene wirkt der blaue Aventurin gegen Kopfschmerzen und Migräne, er kräftigt das Immunsystem und wirkt somit auch gegen Erkältungen.

Auf psychischer Ebene steigert der Heilstein den Ehrgeiz und das Durchhaltevermögen. Er dient weiterhin als Schutz vor Depressionen und Überspannung sowie Tatenlosigkeit.

Der blaue Aventurin sollte nach Bedarf unter lauwarmem, fließendem Wasser entladen werden. Die Aufladung empfiehlt sich entweder an einer Gruppe mit Bergkristall oder längere Zeit an der Sonne.

Ketten aus blauem Aventurin sollten am besten über Nacht in einer Paua-Muschelschale mit Hämatit-Trommelsteinen gereinigt und entladen und dann über Nacht an einer Gruppe mit Bergkristall wieder aufgeladen werden.

Der rote Aventurin

Der rote Aventurin ist auch als Aventurin-Sonnenstein bekannt und kommt vor allem in Brasilien, in Indien, in Südafrika, dem Ural und in Sibirien vor.

Seine Wirkung als Heilstein entfaltet er vor allem auf dem Solarplexus-Chakra.

Auf den Körper hat der rote Aventurin folgende Wirkungen:

  • hilft gegen Probleme mit dem Darm (z. B. Entzündungen der Darmwand, Geschwüre, Verdauungsstörungen, Blähungen, Bauchschmerzen, Durchfall, trägt zum Aufbau der Darmflora bei)
  • nicht nur heilende, sondern auch vorbeugende Wirkung bei Magenbeschwerden
  • Unterstützung von Kreislauf, Herz und Stoffwechsel

Auf die Seele wirkt der rote Aventurin als Heilstein wie folgt:

  • sorgt für mehr Gelassenheit und Ausgeglichenheit
  • Besänftigung des Gemüts, vertreibt Wut und Jähzorn

Sowohl die Chinesen als auch die Inder schreiben dem roten Aventurin auch in der heutigen Zeit noch immer potenzfördernde Kräfte zu.

Einmal im Monat und bei häufiger Nutzung am besten einmal pro Woche sollte eine Entladung des roten Aventurins unter fließendem Wasser oder für etwa 6 Stunden in einer Hämatit-Schale erfolgen. An einer Gruppe Amethyst oder Bergkristall oder für etwa 6 Stunden in der Sonne wird der rote Aventurin aufgeladen. Alternativ ist für die gleichzeitige Ent- und Aufladung auch eine Universalladeschale mit Hämatit und Bergkristall geeignet. Der Stein wird dazu für etwa 6 Stunden in die Schale gelegt.

Haftungsausschluss und allgemeiner Hinweis zu medizinischen Themen: Die hier dargestellten Inhalte dienen ausschließlich der neutralen Information und allgemeinen Weiterbildung. Sie stellen keine Empfehlung oder Bewerbung der beschriebenen oder erwähnten diagnostischen Methoden, Behandlungen oder Arzneimittel dar. Der Text erhebt weder einen Anspruch auf Vollständigkeit noch kann die Aktualität, Richtigkeit und Ausgewogenheit der dargebotenen Information garantiert werden. Der Text ersetzt keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker und er darf nicht als Grundlage zur eigenständigen Diagnose und Beginn, Änderung oder Beendigung einer Behandlung von Krankheiten verwendet werden. Konsultieren Sie bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden immer den Arzt Ihres Vertrauens! Wir und unsere Autoren übernehmen keine Haftung für Unannehmlichkeiten oder Schäden, die sich aus der Anwendung der hier dargestellten Information ergeben.
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