Heilsteine

Der Heliotrop – Grüner Heilstein zur Linderung vieler Beschwerden

Der Heliotrop – auch als Sonnenwendstein bezeichnet – soll zwischen Menschen und Göttern eine Verbindung herstellen. Ihm wurde schon im alten Ägypten eine hohe Bedeutung zugeschrieben, dort galt der Heliotrop als Schutzstein. In der heutigen Zeit wird der Heilstein entsprechend den damaligen Erkenntnissen angewendet.

Der Heliotrop – Herkunft und Geschichte

Der Name Heliotrop wird von den griechischen Worten „heliou tropai“ (zu deutsch: Sonnenwende) abgeleitet, weshalb der Heilstein auch als Sonnenwendstein bezeichnet wird. In der griechischen Mythologie wird ihm die Fähigkeit zugeschrieben, dass Götter über den Menschen eine Verbindung zur Erde herstellen können. Im alten Ägypten war der Heliotrop ein wichtiger Schutzstein. Nach Ansicht der Äbtissin Hildegard von Bingen sind die Einschlüsse im Heliotrop aus dem vergossenen Blut von Jesus Christus entstanden, weshalb der Heilstein oft auch als Blutjaspis bezeichnet wird. Da der eigentliche Jaspis jedoch eine andere Struktur aufweist und der Heliotrop mehr den Chalcedonen zugeordnet werden kann, ist diese Bezeichnung eigentlich irreführend.

Weitere Synonyme für den Heliotrop sind Hildegardjaspis, Bloodstone, Jesusstein, Xanthus und Märtyrerstein.

Der Heliotrop – Vorkommen und Entstehung

Der Heliotrop bildet sich bei der Austrocknung von Kieselsäurelösung, in welcher Eisenoxide eingeschlossen werden. Nach der kompletten Trocknung werden diese in Form von roten Punkten sichtbar und verleihen dem Heliotrop sein typisches Aussehen.

Der Heilstein kommt sehr häufig vor und ist vor allem in Australien, in China, in Indien, in Brasilien sowie auch in den USA zu finden. Weitere Vorkommen kann auch die Insel Rum in Schottland aufweisen, wo der Stein in der Feuersteinindustrie verwendet wird.

Der Heliotrop und seine Eigenschaften

Der Heliotrop besteht aus Silicium, Sauerstoff und Eisenoxid. Er ist in den verschiedensten Grüntönen von hell- bis dunkelgrün zu finden. Er weist rote Einsprenkelungen in unterschiedlichen Intensitäten auf. Gefunden wird der Heliotrop vor allem in Form von massigen und undurchsichtigen Aggregaten mit wachsähnlichem Glanz. Auf einer Skala bis 10 liegt die Härte des Heliotrop bei 6,5 bis 7, die Dichte bei 2,58 bis 2,7. Der Heliotrop ist dem trigonalen Kristallsystem zugeordnet und außerdem nicht spaltbar.

Der Heliotrop – Wirkung und Anwendung

Der Heliotrop findet als Heilstein sehr vielseitige Anwendung und zeigt sowohl auf Körper als auch auf Geist eine heilende Wirkung.

Wirkung des Heliotrop auf den menschlichen Körper

Die Wirkung des Heliotrop auf den Körper ist sehr weit gefächert. Bei folgenden Beschwerden bzw. Behandlungen kommt er zum Einsatz:

  • bei der Behandlung von Herzschmerzen sowie Herzrhythmusstörungen
  • zur Anregung der Bluterneuerung und des Lymphflusses
  • zur Steigerung der körpereigenen Abwehrkräfte
  • zur Linderung der Beschwerden bei Krampfadern
  • zur Linderung von Wadenkrämpfen und Schmerzen des Ischias
  • zur Vorbeugung von Eisenmangel
  • zur Entgiftung und Reinigung innerer Organe (z. B. Nieren, Leber, Milz)
  • zur Vorbeugung von Ödemen
  • bei der Behandlung von rheumatischen Schmerzen
  • bei der Behandlung von Beschwerden der Ohren (z. B. Tinitus, Schmerzen, Ohrensausen)
  • zur Linderung der Beschwerden bei Gicht
  • Anwendung gegen Gallensteine

Wirkung des Heliotrop auf die menschliche Seele

Folgende Wirkungen auf die menschliche Seele werden dem Heliotrop zugeschrieben:

  • er sorgt für neue Lebenskraft
  • er wirkt gegen Gereiztheit und Aggressivität
  • er bewahrt vor unruhigem Schlaf sowie Alpträumen
  • er schenkt geistige Konzentration
  • er sorgt für Vitalität, Lebenslust und Zufriedenheit
  • er hilft dabei, die Kontrolle zu bewahren
  • er sorgt für eine Verbesserung der Wahrnehmung (vermeidet auch Täuschungen durch Mitmenschen bzw. lässt diese besser erkennen) und steigert die Aufmerksamkeit
  • er erleichtert dem Träger die bessere Einstellung auf Situationsveränderungen
  • er ermöglicht ein besseres Agieren, anstatt bloßes Reagieren auf Situationen
  • er hilft gegen Zerstreutheit und Unbeständigkeit
  • er stärkt und „zügelt“ den Verstand

Möglichkeiten der Anwendung des Heliotrop

Die Anwendung des Heliotrop ist als Trommelstein, Handschmeichler, Anhänger, Kette, Kuel, Pyramide oder auch in Form eines Donuts möglich. Eine Anwendung als Rohstein ist nicht zu empfehlen, denn in dieser Form weist der Heliotrop extrem scharfe Kanten auf. Auch die Herstellung von Edelsteinwasser ist mit dem Heliotrop durchaus möglich, jedoch aufgrund der unterschiedlichen Zusammensetzungsverhältnisse des Steins und dadurch bedingter nicht abschätzbarer Wirkkraft eher unüblich.

Der Heliotrop gilt als Schutzstein für die Schwangerschaft sowie die Zeit des Wochenbetts und sollte in dieser Zeit (auch während der Geburt) von der Schwangeren getragen werden. Er kann auch auf die betroffenen Stellen aufgelegt, unter das Kopfkissen gelegt oder zur Meditation verwendet werden.

Der Heliotrop – Möglichkeiten der Verwendung

Der Heliotrop wird natürlich sehr gern als Heilstein in der alternativen Medizin angewandt. Allerdings wird er auch anderweitig verwendet. Schottische Funde werden vor allem in der Feuersteinindustrie verwendet.

Aufgrund seiner besonderen Erscheinung ist der Heliotrop aber vor allem ein sehr beliebter Schmuckstein und wird vielfach auch in Gemmen verarbeitet.

Auf Fälschungen achten

Früher wurde der Heliotrop eher selten gefälscht. Doch mittlerweile nehmen Fälschungen zu, es kommen vor allem im Bereich der facettiert geschliffenen Edelsteine Imitationen aus Glas vor. Der Aventurin wird vor allem bei Trommelsteinen gern als Ausgangsstein für Fälschungen des Heliotrop eingesetzt.

Vorsicht: Verwechslungsgefahr

Der Heliotrop kann mit dem Rubin Zoisit, dem Jade und auch dem grünen Jaspis verwechselt werden. Eine Verwechslung mit Jade ist jedoch nur möglich, wenn auch dieser rote Einsprenklungen aufweist.

Der Heliotrop – Die richtige Pflege des Heilsteins

Nach jedem Gebrauch sollte der Heliotrop unter fließendem lauwarmem Wasser entladen werden. Eine Entladung von Ketten in einmal im Monat in einer mit Hämatit-Trommelsteinen gefüllten Schale zu empfehlen.

Die Aufladung des Heliotrop kann in der Sonne oder in einer Gruppe mit Bergkristallen erfolgen, es empfiehlt sich aufgrund der intensiven Speicherung der Kraft die Aufladung mit Bergkristall.

Zur Erhaltung der „Leuchtkraft“ der roten Flecken des Heliotrop sollte eine zu lange und intensive Einstrahlung der Sonne vermieden werden. Sonnenbäder für eine Dauer von nur wenigen Minuten sind absolut ausreichend.

Wird der Heliotrop auf der Haut getragen, setzen sich auf dem Stein unweigerlich Hautfett, Reste von Cremes und Schmutzpartikel ab. Eine Reinigung mit handwarmem Wasser und ohne Zusätze wie Seife oder Reinigungsmittel ist deshalb hin und wieder sinnvoll. Hierfür empfiehlt sich vor allem kalkfreies oder ganz sauberes Regenwasser, um Kalkablagerungen auf dem Stein zu vermeiden.

Der Heliotrop – Zuordnung zu Chakren, Sternzeichen und Planeten

Das Hauptchakra für den Heliotrop ist das Herzchakra. Hier – genauso wie auf dem Solarplexus-Chakra – entfaltet der Heilstein in der Lithotherapie seine Wirkung am besten. Wird der Heliotrop in Kombination mit dem roten Jaspis verwendet, ist seine Wirkung stärker.

Die Kraft des Heliotrop tritt spiralförmig auf, weshalb gerade für eine Meditation mit diesem Heilstein viel Zeit eingeplant werden sollte.

Der Heliotrop gilt als wichtiger Stein für die Sternzeichen Widder, Krebs, Fische und Waage. Dem Widder verleiht er für uneigennützige Taten Kraft, Krebse werden in ihrem Vertrauen zu sich und auch zu ihrer Umgebung gestärkt.

In der Astrologie spielt der Heliotrop als Planetenstein eine Rolle. Er ist hier dem Planeten Jupiter zugeordnet. Eine Zuordnung als Geburts- oder Monatsstein zu einem bestimmten Monaten im Jahr erfolgt allerdings nicht.

Der Heliotrop bei Hildegard von Bingen

Der Heliotrop, der heute bekannt ist, war zur Zeit der Äbtissin Hildegard von Bingen noch als Jaspis bekannt. Beschrieben hat sie den Heilstein wie folgt:

„Der Jaspis (Heliotrop) wächst nach der neunten Stunde nach Sonnenaufgang, wenn sich der Tag bereits dem Ende neigt. Er wird vom Feuer der Sonne genährt und besitzt mehr von der Luft als vom Feuer und Wasser. Wer ein taubes Ohr hat, soll den Jaspis (Heliotrop) vor den Mund halten und mit seinem Atem anhauchen, bis er feucht wird. Danach soll er ihn schnell in sein Ohr stecken und mit einem weichen Tuch bedecken, auf dass die Wärme des Steins ins Ohr übergeht. Wenn ein Mensch starken Schnupfen hat, soll er den Jaspis (Heliotrop) vor den Mund halten und mit seinem Atem anhauchen, bis er feucht wird. Anschließend stecke er den Stein in die Nase und halte diese zu, damit dessen Wärme in den Kopf übergeht. Danach wird es ihm besser gehen. Gebärt ein Weib ein Kind, möge sie vom Beginn der Geburt bis ins Kindbett hinein einen Jaspis (Heliotrop) in der Hand halten. Dadurch schütze er vor bösen Geistern, die der Mutter und dem Kind drohen. Wenn ein Mensch über ein Problem nachdenken und sich damit befassen will, wozu er Eifer und Neigung hat, oder etwas Großes bei sich selbst erwägen oder Rat suchen will, der nehmen einen Jaspis (Heliotrop) in den Mund. Bei wem sich im Herzen oder in den Lenden oder einem anderen Körperteil des Menschen Säfteunwetter erheben, das heißt Gicht, der lege einen Jaspis (Heliotrop) auf diese Stelle und drücke ihn dort fest an, bis er warm wird, und die Gicht wird weichen. Wer im Traum blitzen und donnern erlebt, für den ist gut, wenn er einen Jaspis (Heliotrop) hautnah bei sich hat, weil ihn dann die Phantasiegebilde fliehen und sich verlieren.“

Nach Ansicht von Bingens gilt der Heliotrop als wahres Multitalent unter den Heilsteinen. Der bei Hildegard von Bingen als Jaspis bezeichnete Heliotrop ist der indische Blutjaspis. Hildegard von Bingen schätzte ihn als Antistressstein, als Segens- und Meditationsstein, als Schmerz- und Herzstein, als Angst- und Sorgenstein, als Schlaf- und Traumstein, als Bettnässerstein, als Rheuma- und Gichtstein sowie als Geburtsstein. Da die Äbtissin ihm viele positive Eigenschaften zuschrieb, ist er auch als Hildegardjaspis bekannt.

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