Heilsteine

Der Karneol – Quarz mit besonderern Heilwirkung

Karneol ist eine zweifarb rot-weiße oder orange-weiße, undurchsichtige bis schwach durchscheinender Varietät des Chalcedons und ein Quarz von faseriger Form. Er ist vor allem als Schmuckstein bekannt, ihm werden aber auch verschiedene Heilwirkungen zugeschrieben.

Der Karneol – Herkunft und Geschichte

Der Karneol gehört zur Familie der Chalcedone, aufgrund seiner Farbe erhielt er jedoch einen eigenen Namen. Vermutlich ist der Name auf die mittelalterlichen Bezeichnungen „corneolus“ und später „cornelius“ zurückzuführen. Geht man nach der „Physica“ der Äbtissin Hildegard von Bingen, erfolgte die Benennung des Heilsteins aufgrund seiner Farbe nach der Kornelkirsche (lat.: cornum). Aufgrund zahlreicher Verfälschungen kam er über die Jahrhunderte hinweg zu seinem Namen.

Bereits im Altertum wurde der Karneol als Schmuck- und Energiestein sehr geschätzt. Im alten Ägypten war er als „Lebensstein“ begehrt, denn er sollte die Lebenskräfte erneuern. Deshalb wurde er hier auch bei Bestattungsritualen angewandt und war eine wichtige Beigabe in Gräbern. Er galt nach dem ägyptischen Totenbuch als eine Art magische Rüstung für das Leben nach dem Tod.

Der Karneol lässt sich sehr leicht bearbeiten. Deshalb wird er seit jeher für die Herstellung von Kunstgegenständen eingesetzt. Eine Kette aus Karneol, die etwa auf 3.500 v. Chr. datiert wurde, gilt als ältester Fund des Steins. Aus dem Karneol wurden sehr oft Gemmen und Siegelringe mit Bildnissen von Schutz- und Glückssymbolen sowie Schutzgottheiten geschnitzt.

Getragen wurde der Karneol als Schmuckstein bereits von Persönlichkeiten wie Ramses II. oder Martin Luther.

Interessantes zum Karneol

Vor allem auf Ringen wurde der Karneol schon im Altertum als Schmuckstein geschätzt. Bekannte Schmuckstücke sind

  • der „Ring von Tello“ (Iran, ca. 2.500 v. Chr., Louvre)
  • „Phönizischer Siegelring“ mit Skarabäusdarstellung (ca. 6. Jahrhundert v. Chr., Britisches Museum)
  • „Etruskischer Siegelring“ mit Poseidon-Motiv (ca. 6. Jahrhundert v. Chr., Französische Nationalbibliothek Paris)

Sogar in der Literatur wurde dem Karneol eine große Bedeutung beigemessen.

So schrieb Johann Wolfgang von Goethe im „Segenspfänder“ (aus dem West-Östlichen Diwan): „Talisman in Karneol, Gläub’gen bringt er Glück und Wohl; Steht er gar auf Onyx Grunde, Küss’ ihn mit geweihtem Munde! Alles Übel treibt er fort, Schützet dich und schützt den Ort. (…)“

Der Karneol – Vorkommen und Entstehung

Der Karneol ist eine Varietät des Chalcedons und somit ein sehr feinfaseriger Quarz, der durch Siliziumoxid entsteht. Dieses dringt in Vulkangestein ein und nimmt dabei Eisenoxid auf. Diese Mischung sammelt sich dann in Gesteinshohlräumen, durch Abkühlung und Austrocknung entsteht dann der Karneol. Damit sich das Eisenoxid gleichmäßig verteilen kann, ist der Wassergehalt des Siliziumoxids von entscheidender Bedeutung. Die Farbe des Karneol wird durch das enthaltene Eisen bestimmt: Eisenoxid sorgt für eine orange Färbung, Eisenhydroxid für eine braune Färbung.

Der Karneol hat ein sehr hohes Vorkommen. Zu den bisher bekannten Fundorten gehören Australien (Hobart auf Tasmanien), Brasilien, der Elsass, Lothringen, Deutschland (Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Saarland, Thüringen), Schottland, England, Indien, Österreich, Polen, Russland, die Schweiz, die Slowakei, Sri Lanka, Südafrika, die Tschechei, die Ukraine, Ungarn und die USA.

Der Karneol – Eigenschaften

Der Karneol gehört zur Mineralklasse der Oxide, wird dem trigonalen Kristallsystem zugeordnet und bildet keine sichtbaren Kristalle. Er ist leicht durchsichtig und nicht spaltbar, aber dennoch lässt er sich leicht bearbeiten.

Farbe des Karneol

Beim Karneol kommen alle braunen Farbtöne bis hin zu einem rosa vor. Gestreifte und gefleckte Exemplare sind ebenso üblich wie einfarbige Steine. Karneole, die beim Durchblicken feurig rot und beim Blick auf die Oberfläche gleichzeitig schwärzlich rot erscheinen, gelten als am höchsten geschätzt.

Durch Hitze lassen Karneole auf Dauer rot färben.

Der Karneol – Wirkung und Anwendung

Die Wirkung des Karneol ist vor allem bei Anwendungen im Rahmen der alternativen Medizin bekannt. Sowohl auf den Körper als auch auf die Seele des Menschen hat der Karneol verschiedenste heilende Wirkungen.

Wirkung des Karneol auf den Körper

Auf körperlicher Ebene werden dem Karneol folgende Wirkungen zugeschrieben:

  • Förderung der Verdauung
  • Anregung des Stoffwechsels
  • Positive Wirkung auf Leber, Magen, Darm und Nieren
  • Anregung des Kreislaufs
  • Förderung der Vitalität
  • Entgiftende Wirkung
  • Beseitigung von Verunreinigungen im Blut
  • Linderung von Rheuma
  • Blutungsstillende Wirkung (z. B. bei Nasenbluten oder Zahnfleischbluten)
  • Linderung von Heuschnupfen

Wirkung des Karneol auf die Seele

Auf die Seele soll der Karneol folgende heilenden Wirkungen haben:

  • Förderung von Mut und Durchhaltevermögen
  • Stärkung der Lebensfreude
  • Verleiht Tatkraft
  • Hilft bei der Umsetzung eigener Ideen und der Erfüllung eigener Wünsche
  • Mildert Konzentrationsschwäche und Verwirrtheit
  • Hilft bei der Verfeinerung von Arbeitstechniken
  • Hebt die allgemeine Stimmung
  • Fördert Teamgeist und Gemeinschaftssinn
  • Hilft bei der Bewältigung von Problemen
  • Trägt zu lösungsorientiertem Denken bei

Anwendungsmöglichkeiten des Karneol

In der Steinkunde findet der Karneol als Heilstein auf unterschiedlichste Weise Anwendung. Er kann als Rohstein oder auch als Trommelstein verwendet werden. Entscheidend ist der direkte Kontakt mit der Hand, was auch durch das Tragen von Ketten oder Anhängern erreicht werden kann. Karneol eignet sich außerdem zur Meditation und zur Herstellung von Edelsteinwasser.

Edelsteinwasser mit Karneol

Für die Herstellung von Edelsteinwasser ist der Karneol hervorragend geeignet. Angesetzt wird das Karneolwasser am besten über Nacht in einem mit 1 Liter Wasser gefüllten Glaskrug und einigen Trommelsteinen einer Größer von 2 bis 3 cm. Das Wasser sollte möglichst kalkfrei sein.

Wichtig ist, dass der verwendete Karneol die bestmögliche Qualität aufweist, um keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen hervorzurufen. Er darf weder gefärbt noch rekonstruiert sein. Außerdem müssen die Trommelsteine sehr sauber sein.

Das sollte bei der Anwendung beachtet werden

Karneol dient der Unterstützung auf körperlicher, seelischer und mentaler Ebene. Die Anwendung sollte über einen längeren Zeitraum und durch direkten Kontakt mit der Haut erfolgen. Eine kurzzeitige Anwendung des Karneol ist nur selten von Erfolg gekrönt. Es hat sich herausgestellt, dass die Wirkung des Heilsteins besonders intensiv ist, wenn er auf gut durchblutete Stellen aufgelegt wird. Natürlich ist die Dauer der Anwendung auch von den individuellen Bedürfnissen des Anwenders abhängig.

Der Karneol – Möglichkeiten der Verwendung

Neben seiner Anwendung als Heilstein gilt der Karneol auch als geschätzter Schmuckstein.

Als Schmuckstein wird er vor allem in Ringen in Form des Cabochons verwendet. Auch schöne Gemmen lassen sich aus dem Karneol schneiden.

Imitationen und Manipulationen

Es existieren sowohl Imitationen als auch Manipulationen in verschiedensten Formen. So werden oft Chalcedon oder Achat gefärbt. Allerdings sind keine Synthesen oder Rekonstruktionen des Karneol bekannt, können aber natürlich nicht ganz ausgeschlossen werden.

Das Brennen von Karneol ist sehr häufig, denn der Heilstein ist in intensivem Orangerot besonders beliebt. Doch nur Fachleute können eine solche Manipulation erkennen.

Verwechslungsmöglichkeiten

Der Karneol ist durchaus leicht mit anderen Edelsteinen zu verwechseln. Verwechslungen sind unter anderem mit roten Achaten, Calciten oder auch dem roten Jaspis möglich. Oft kommt es auch zu – zum Teil sogar forcierten – Verwechslungen mit dem Feueropal. Der Feueropal ist dabei der wertvollere Edelstein, der durch den Karneol quasi „ersetzt“ wird. Doch auch diese Bestimmung ist nur durch Fachleute möglich.

Natürliche Färbung des Karneol

Vor allem in Indien ist es üblich, braunen Karneol in die Sonne zu legen, um dessen Farbe zu intensivieren. Bei den meisten Steinen (nicht bei jedem!) entsteht so eine rote oder orangerote Farbe. Der Karneol „reift“ sozusagen in natürlichem Sonnenlicht nach, ohne dass technische Hilfsmittel oder chemische Zusätze verwendet werden.

Der Karneol – Die richtige Pflege

Unweigerlich setzen sich durch den direkten Kontakt mit der Haut auf dem Karneol Hautfett, Cremereste sowie feinste Schmutzpartikelchen ab.

Die Reinigung sollte hin und wieder (einmal im Monat) unter handwarmem Wasser und ohne Zusätze wie Seifen oder Reinigungsmittel erfolgen. Am besten eignet sich kalkfreies Wasser (z. B. ganz sauberes Regenwasser), um Kalkablagerungen zu vermeiden.

Die Entladung erfolgt unter fließendem Wasser, Ketten können in einer mit Hämatit-Trommelsteinen gefüllten Schale über Nacht entladen werden.

Die Aufladung kann ohne zeitliche Begrenzung in der Sonne erfolgen, denn eine Überladung ist beim Karneol nicht möglich.

Bei intensiver Anwendung des Karneol ist für die Entladung eine Hämatitkugel zu empfehlen, die Aufladung sollte dann in einer Bergkristall-Gruppe erfolgen. Auch hier gibt es keine zeitliche Begrenzung für die Aufladung.

Der Karneol und die Astrologie

Schon seit tausenden von Jahren spielt der Karneol eine wichtige Rolle in der Astrologie.

Zuordnung zu Sternzeichen

Für die Sternzeichen Widder, Stier, Zwilling und Jungfrau ist der Karneol ein wichtiger Hauptstein. Für in den Sternzeichen Fische, Krebs und Waage Geborene ist er ein wichtiger Nebenstein, für Krebse außerdem ein Ausgleichsstein.

Zuordnung zu Chakren

Auf dem Sakral- sowie auf dem Wurzelchakra entfaltet der Karneol seine Wirkung am stärksten.

Zuordnung zu Planeten und Monaten

Als Planetenstein wird der Karneol dem Mars zugeordnet, als Monats- bzw. Geburtsstein erfolgt die Zuordnung zum Monat September.

Der Karneol und Hildegard von Bingen

Die Äbtissin Hildegard von Bingen zählte den Karneol zu den bedeutendsten Heilsteinen. In ihrem Werk „Physica“ beschrieb sie seine Wirkung gegen Beschwerden wie Husten, Kopfschmerzen, Blutungen und allgemeine Erkältungskrankheiten.

So soll der Karneol laut von Bingen gegen Nasenbluten helfen. Hierfür soll der Heilstein in erwärmten Wein gelegt werden, welchen der Betroffene dann trinkt. Da der Karneol die Durchblutung fördern soll, wird er in der heutigen Zeit vor allem bei Beschwerden des Stoffwechsels und des Kreislaufs angewandt.

Haftungsausschluss und allgemeiner Hinweis zu medizinischen Themen: Die hier dargestellten Inhalte dienen ausschließlich der neutralen Information und allgemeinen Weiterbildung. Sie stellen keine Empfehlung oder Bewerbung der beschriebenen oder erwähnten diagnostischen Methoden, Behandlungen oder Arzneimittel dar. Der Text erhebt weder einen Anspruch auf Vollständigkeit noch kann die Aktualität, Richtigkeit und Ausgewogenheit der dargebotenen Information garantiert werden. Der Text ersetzt keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker und er darf nicht als Grundlage zur eigenständigen Diagnose und Beginn, Änderung oder Beendigung einer Behandlung von Krankheiten verwendet werden. Konsultieren Sie bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden immer den Arzt Ihres Vertrauens! Wir und unsere Autoren übernehmen keine Haftung für Unannehmlichkeiten oder Schäden, die sich aus der Anwendung der hier dargestellten Information ergeben.
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